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Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Johannes 14, 1)

Gedanken zur Jahreslosung 2010 von Superintendent Peter Burkowski

Jesus Christus spricht:  Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Johannes 14, 1)

Superintendent Peter Burkowski

Jesus Christus spricht:  Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Johannes 14, 1)

Hab keine Angst!
Bitte, versuch es doch einfach! Dir passiert schon nichts!
Trau Dich!

Solche Sätze durchziehen wohl unser ganzes Leben. Immer wieder stoßen wir an Grenzen. Immer wieder wissen wir nicht, wie es weitergehen soll. Immer wieder haben wir Angst vor einer Entscheidung, vor einer Prüfung, vor einer Untersuchung.

Da ist ein Kind, das sich nicht traut, ins Wasser zu springen. Es kann noch nicht richtig schwimmen. Wer weiß, ob mich das Wasser wirklich tragen wird? Wer weiß, ob ich meinen eigenen Schwimmkünsten schon trauen kann? Und dann macht mir jemand Mut. Die Mutter ruft mir zu: „Versuch es doch einfach! Dir passiert schon nichts!“

Da ist die junge Frau, die nicht so richtig weiß, wie es nach der Schule weiter gehen soll. Eigentlich würde sie ja auch gern studieren wie ihre Freundinnen. Aber ob sie das schaffen wird, denn sie muss auch noch nebenbei arbeiten? Ob sie sich ein Studium zutrauen kann? Bisher hat das noch niemand in ihrer Familie gewagt. Und nun sagt ihre Lehrerin: „Trau Dich doch! Du bist begabt! Du kannst das!“

Da ist die allein erziehende Mutter, die schon oft von ihren Partnern enttäuscht wurde. Nie hat einer zu ihr gehalten, wenn es einmal richtig schwer wurde in ihrem Leben: damals als ihr Vater starb, als das Kind unterwegs war, als sie selbst krank wurde. Und jetzt ist sie da, die neue Liebe. Aber sie traut ihren eigenen Gefühlen nicht mehr. Zu oft ist sie enttäuscht worden. „Hab keine Angst! Trau Deinen Gefühlen! Es wird schon gut gehen!“ heißt der Rat ihrer besten Freundin.

Da ist der Nachbar, der die Nachricht bekommen hat, dass er an Krebs erkrankt ist. Er rückt nicht richtig heraus mit der Sprache. Aber schließlich sagt er doch, dass er Angst hat vor dem, was nun kommt: Untersuchungen, Operation, vielleicht Chemotherapie. Was soll ich sagen? Ich erzähle ihm von Freunden, die vor einer ähnlichen Diagnose standen … und alles gut durchgestanden haben. „Hab Vertrauen, bestimmt geht es auch bei Dir gut!“

Wie oft erschrecken wir? Wie oft haben wir Angst, wenn wir ehrlich sind? Wie oft trauen wir uns kaum, den nächsten Schritt zu gehen?

Im Johannesevangelium wird davon erzählt, dass Jesus von seinen Freunden Abschied nimmt. Er spricht von seinem Sterben. Er spricht von einem endgültigen Abschied.

Und was gibt er seinen Freunden mit auf den Weg? Er sagt: „Habt keine Angst! Habt Vertrauen! Es wird alles gut werden!“ Jesus wirbt um das Vertrauen seiner Freunde, um Vertrauen zu ihm und um Vertrauen zu Gott. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben!“ so heißt es einige Verse später.

Er stößt an die letzte Grenze seines Lebens – und er wirbt um Vertrauen zu Gott, dem Vater. Glaube an Gott ist Vertrauen, grenzenloses Vertrauen. Glaube ist das Ur-Vertrauen, dass Gott es gut mit mir meint. Und aus solchem Ur-Vertrauen, aus dieser tiefen inneren Bindung Gottes an uns Menschen (und so auch meiner tiefen inneren Bindung an Gott) wächst Hoffnung und Zuversicht: Lass Dich fallen in meine Liebe! Trau Dich! Dir passiert schon nichts! Hab keine Angst!

Die Jahreslosung 2010 ist eine Kurzform des Evangeliums, der frohen Botschaft Gottes: Vertrau Dich Gott an und habe keine Angst!
Aus dieser tiefen inneren Bindung wächst der Mut und die Kraft, den Entscheidungen und Brüchen im Leben mutig entgegenzutreten. Wahrscheinlich geht das erst tastend und vorsichtig und dann immer besser und gewisser. Und manchmal wächst sogar eine richtig große Kraft:
wenn wir Gott mehr gehorchen als den Menschen
wenn wir dem Nächsten einen Dienst tun
wenn wir in Gemeinschaft Gottes Liebe erfahren
wenn wir für die Zukunft der Welt und gegen die drohende Klimakatastrophe einstehen
wenn wir Ungerechtigkeit und Armut beim Namen nennen
wenn wir beginnen, anders zu leben – im Vertrauen auf Gott.

Ich wünsche Ihnen ein Jahr des Herrn 2010 im Vertrauen auf Gottes grenzenlose Liebe.

Peter Burkowski
Superintendent

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