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Eröffnung des Trauerparcours in Marl

Hinterbliebene können sich aktiv mit ihrer Trauer auseinandersetzen

Foto: Pfarrer Peter Neumann- van Doesburg und Pfarrerin Sabine Bärenfänger vor einem Kunstobjekt im Rosengarten

Marl - Die Trauer setzt bei Hinterbliebenen verschiedene Emotionen frei: Schock, Wut, Unsicherheit, Rückzug und Akzeptanz. Auf dem Friedhof in der von-Flotow-Straße in Marl können sich die Trauernden ab sofort genau mit diesen Gefühlen auf einem neu errichteten Trauerparcours aktiv auseinandersetzen. Zur offiziellen Eröffnung kamen am Samstag, 12.09.20 rund 30 BesucherInnen. Pfarrerin Sabine Bärenfänger und Pfarrer Peter Neumann- van Doesburg stellten die fünf Trauerstationen vor, die mit Bedacht und viel Kreativität in die vorhandene Friedhofsarchitektur integriert wurden.  

“Manche Besucher reagieren zuerst irritiert”, sagt Pfarrerin Sabine Bärenfänger. Einige sollen sich sogar durch Stationen wie den “Drehstein” oder die “Balancierbalken” wie auf einem Spielplatz gefühlt haben. Aber das war für die Pfarrerin kein Problem: “Die meisten werden neugierig, wenn man ihnen erläutert, was dahintersteckt und lassen sich darauf ein, die Stationen auszuprobieren.” So auch am Samstag der ältere Herr, der den großen Felsbrocken, der wie ein schwerer Hinkelstein anmutet und zur Wutbewältigung dient, kurzerhand in Drehung brachte.  

Viele Objekte laden zum Verweilen ein, zum Innehalten und Luft holen. Ein sehr gelungenes Beispiel dafür ist der wunderschön gestaltete Rosengarten, den man durch einen "Erfahrungstunnel" erreicht, der auch als Sinnbild für verarbeitete Trauer und neue Lebensperspektive steht. “Viele Menschen haben keine "Übung" mehr im Trauern oder dem Umgang mit dieser,” sagt die engagierte Seelsorgerin. Und ergänzt: “Hier darf Trauer ein Ort sein, die man durchleben kann und nicht – wie in der Gesellschaft oft üblich - erledigen soll.” 

Die erste Idee für einen Trauerparcours hatte Pfarrer Peter Neumann- van Doesburg im Jahr 2015. Gemeinsam mit dem Friedhofsausschuss und dem Presbyterium machte er sich in den Folgejahren an die Umsetzung. Friedhofsgärtner und örtliche Handwerker wurden in die Planung einbezogen.  Von Jahr zu Jahr nahm das Projekt bis zur Eröffnung immer mehr Gestalt an. Für die beiden Theologen ist der Trauerparcours in Marl im Laufe der Jahre zu einer echten Herzensangelegenheit geworden, auf die sie auch ein wenig stolz sind: “Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Für uns ist der Friedhof ein Ort der Trauerbewältigung und der Hoffnung.” JE 

Foto: Jörg Eilts