„Kirche und Kino” startet im September

Zum Auftakt gibt es Nomadland mit Oscarpreisträgerin Frances McDormand

Recklinghausen – Es geht wieder los. Eine neue Staffel von „Kirche und Kino” startet im September in der Cineworld Recklinghausen. Sehr zur Freude der Macher, aber sicherlich auch zur Freude der treuen Zuschauer. Wie Pastoralreferent Joachim van Eickels auf der Pressekonferenz in der letzten Woche ausdrücklich betonte: „Wir sind vom Arbeitskreis alle der Meinung, dass gut Filme auf die große Leinwand gehören!”

In der Frühjahrsausgabe mussten die ausgewählten Filme noch im Internet gestreamt werden. Zwar mit einer kurzen Einführung durch Kinoexperte Michael Kleinschmidt, aber ohne anschließende Diskussion. Die Zugriffszahlen waren durchaus erfreulich, rund 50 – 70 TeilnehmerInnen haben sich die Filme online angeschaut. „Weniger als die Hälfte der Zuschauer, die sonst bei uns im Kino sitzt, doch letztendlich eine beeindruckende Zahl”, zeigte sich Marc Gutzeit, Geschäftsführer des Stadt- und Kreisdekanatsbüros, über das vergleichsweise gute Interesse für die ungewohnte Vorführung zufrieden.

Zum Auftakt von „Kirche und Kino” gibt es am 01. September 2021 den mehrfach ausgezeichneten Film „Nomadland” mit Oscar-Preisträgerin Frances McDormand. Der Film von Chloe Zhao basiert auf einem Sachbuch zum Thema „Nomaden der Arbeit - Überleben in den USA im 20. Jahrhundert”. Fast alle Darsteller sind aus dem Nomadenmilieu gecastet worden und die Regisseurin ist selbst tief in diese Lebenszusammenhänge eingetaucht. Sie erzählt die Geschichte einer Frau (Frances McDormand), die alles verloren hat – den Mann, das Haus und die Heimat. Sie ist unterwegs von Saisonjob zu Saisonjob. Sie wird zu einer modernen Nomadin, wie viele andere in Amerika auch. Der Film nimmt sich Zeit, um menschliche Schicksale ins Bild zu setzen, die sonst eher am Rand stehen.

Nach dem Kirchlichen Filmfestival (29.09. - 03.10.2021) geht es am 10. November weiter mit dem preisgekrönten Film „Niemals Selten Manchmal Immer”. Die amerikanische Independent-Regisseurin Eliza Hittman behandelt in extremer Verdichtung und mit großer Umsicht das Thema Schwangerschaftsabbruch, das auch nach mehr als 100-jährigem Kampf um Geburtenkontrolle ein Minenfeld ist. Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und auch in Teilen des protestantischen Spektrums, wo der Druck auf Abtreibungskliniken, Ärzte und Frauen wieder wächst. Von der Jury der Evangelischen Filmarbeit wurde er zum Film des Jahres 2020 bestimmt.

Zum Abschluss gibt es „Rosas Hochzeit” von der spanischen Regisseurin Iciar Bollain. In dem außergewöhnlichen Film geht es um das Recht auf das eigene Glück. Für die Protagonisten Rosa soll endlich alles anders werden. Nach dem sie sich in der Vergangenheit stets für andere eingesetzt hat, fasst Sie den Entschluss ein Zeichen zu setzen, und sich selbst das „Jawort” zu geben. Ab sofort kommt sie in ihrem Leben an erster Stelle. Außerordentlich amüsant und mit beschwingter Leichtigkeit wird die Story erzählt. Das südspanische Mittelmeerflair verleiht dem Ganzen eine besondere Atmosphäre. Zu sehen ist „Rosas Hochzeit” am 08. Dezember 2021.

Unterstützt und mitorgansiert wird die Filmreihe „Kirche und Kino” von der Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen. Alle Filme starten um 19:45 Uhr. Tickets gibt es für 6 Euro / 6,50 Euro / 7,50 Euro. Buchbar auf www.cineworld-recklinghausen.de

Text und Foto: Jörg Eilts