Raum für Trauer

Erste Andacht auf dem Zentralfriedhof

Bild: Helene Kerkhoff; In der Halle des Zentralfriedhofs

Recklinghausen - Im Rahmen des Projekts „Kirche ohne Ort“ war es eine Herausforderung, unter den gegebenen Schutzverordnungen eine Andacht zu Ewigkeitssonntag auf dem Zentralfriedhof anzubieten. Nur gezielt lud die Gemeinde ein. Mit dem Resultat, ein trauender Witwer meldete sich an. Ganz ohne Anmeldung fanden sich darüber hinaus Menschen aus der Hillerheide in der Trauerhalle ein. Jede und jeder benannte die Personen, die sie vermisste - unabhängig des Sterbedatums. Manche waren im ausgehenden Kirchenjahr verstorben, andere bereits seit etlichen Jahren. Bei der Verlesung der Namen wurde je eine Kerze entzündet.

Die einfühlsame Musik von Marianne Posur an der Orgel sowie das üppige Gesteck der Hillerheider Blumenwerkstatt rundete die Andacht ab.  

Die offene Tür im Anschluss lockte weitere Menschen an, einzutreten, ihren Verlust in Worte zu fassen und mit einem stillen Gebet ein Licht zu entzünden. Das Besondere dieses Nachmittags auf dem Zentralfriedhof war der dialogische sowie rituelle Charakter,  der Raum für Trauer ermöglichte. JE