„Den Mut zur Hoffnung behalten“

Erstellt am 30.06.2023

Christine Hanß als Geschäftsführerin des Kita-Verbundes verabschiedet

Superintendentin Karpenstein mit Christine Hanß

 

Foto: Die Geschäftsführerin des Verbundes für Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen wurde von Superintendent Saskia Karpenstein in den Ruhestand verabschiedet

Recklinghausen - Nach sechs Jahren als Geschäftsführerin des Verbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen ist Christine Hanß mit einer Andacht in der Christuskirche und einem anschließenden Empfang im Haus des Kirchenkreises verabschiedet worden. Viele Gäste von nah und fern waren gekommen, darunter die Einrichtungsleitungen des Verbundes, Menschen aus den Kirchengemeinden und aus Politik und Gesellschaft.

„Jetzt ist die Zeit zu danken und zurückzuschauen“, sagte Superintendentin Saskia Karpenstein bei der Verabschiedung. In den Mittelpunkt ihrer Andacht setzte sie das sogenannte „Kinder-Evangelium“ aus Markus 10. „Jesus stellt die Kinder in der biblischen Geschichte in die Mitte. Er achtet sie und öffnet den Kreis.“ Von Kindern können Erwachsene viel lernen: das Fragen, das Entdecken, das Staunen. „Behutsam hinschauen, Bedürfnisse wahrnehmen und Entwicklung fördern – so wünschen wir uns die Atmosphäre in unseren Kindertageseinrichtungen. Damit Kinder spüren, wie es in der Jahreslosung heißt: Du bist ein Gott, der mich sieht.“, so Karpenstein.

Pfarrerin Kirsten Winzbeck (Marl) konnte als Vorsitzende des Leitungsausschusses des Kita-Verbundes nicht an der Verabschiedung teilnehmen und überbrachte schriftliche Grüße. Dabei wies sie auf die klare und strukturierte Sichtweise von Christine Hanß hin, ihre Sachorientiertheit und dass sie Konflikten nicht aus dem Weg gegangen sei. „Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar“, so Winzbeck. Sie hob die Leitungsqualitäten von Hanß hervor. Gleichzeitig sei sie aber auch immer eine Teamplayerin, die Arbeit gut delegieren und andere einbeziehen kann. Die Liebe zu den Kindern und deren Familien und zu den Kitas sei immer spürbar gewesen.

In ihrer Zeit als Geschäftsführerin ist die Zahl der Einrichtungen von 15 auf 26 gewachsen. „Das ist ein großer Erfolg, den wir Ihnen zu verdanken haben.“ Auch in den Jugendämtern der verschiedenen Städte im Kirchenkreis wurde ihre Kompetenz geschätzt. Besonders in der Corona-Zeit hat Christine Hanß viel geleistet, so dass der Betrieb in den Einrichtungen weitgehend gewährleistet werden konnte. „Sie werden uns im Kirchenkreis sehr fehlen!“, machte Pfarrerin Kirsten Winzbeck deutlich.

Christine Hanß freute sich in ihren abschließenden Worten über die vielen Gäste, die zur Verabschiedung gekommen waren. Sie machte deutlich, dass ihre Tätigkeit für die Kindertageseinrichtungen immer von der Sicht der Erziehungshilfe geprägt gewesen sei und damit das Kindeswohl an erster Stelle stand. Hanß liegt besonders die Kita-Sozialarbeit und die dialogische Haltung am Herzen, Lernen durch Erfahrung in Gemeinschaft. Dabei machte sie auch deutlich, dass sie sich neben der Debatte um den Klimawandel auch einen Klimawandel für den menschlichen Umgang wünsche, gerade mit Blick auf die Kinder und ihre Chancengleichheit.

Die scheidende Geschäftsführerin wies auf ihre christliche Grundhaltung hin. Es sei gut, wenn Kinder von Gott erfahren und über die Grundfragen des Lebens sprechen können. Kindern soll mit Geschichten und Spielen der Raum geöffnet werden, um Gott, Glauben und die damit verbundenen Werte erfahren zu können. Mit der evangelischen Kindergartenarbeit verbinde sie die Zuversicht, von Gottes Güte und Gnade getragen zu sein. Dies habe gerade in der Pandemie-Zeit besonders geholfen.

Kindertageseinrichtungen seien wunderbare Orte, in den Gemeinschaft von unterschiedlichen Kulturen gelebt wird, so Hanß. Diese Mitarbeitenden mit einem Höchstmaß an Kompetenz machen oft das Unmögliche möglich. „Den Mut zur Hoffnung zu behalten – das haben wir im Verbund gelebt. Ohne diesen Mut zur Hoffnung ist die Arbeit in und für die Kitas heute sehr schwer zu bewältigen.“ Hanß ermutigte die Anwesenden, diesen Mut zur Hoffnung zu bewahren.

45 Jahre war Christine Hanß in der Kinder- und Jugendhilfe tätig, davon 25 Jahre in Leitungsverantwortung. Nun sei es gut, die Führungsrolle loszulassen, sagte Hanß und bedankte sich für alle Unterstützung in den Jahren. Sie freue sich, nun wieder mehr Zeit zu haben zum Zuhören und zum Singen, zum Pflegen von Freundschaften. Sie werde noch in Beratung tätig sein und neue Dinge ausprobieren.

Beim anschließenden Empfang bestand die Möglichkeit, sich persönlich von Christine Hanß zu verabschieden. Viele der Anwesenden nutzten die Gelegenheit und wünschten ihr für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

Zu ihrem Abschied hat Christine Hanß statt Geschenke um eine Spende für die Kinder in den Wohngruppen der Evangelischen Jugendhilfe gebeten. Rund 1.000,00 Euro sind an Spenden zusammen gekommen, über die sich der Leiter Heinrich Thesing sehr gefreut hat. Danke an alle Spenderinnen und Spender. (UK)

 

Foto: Ulrich Kamien