Nach Angriff auf DITIB-Gemeinde: Stadtgemeinschaft zeigt große Solidarität

Erstellt am 02.11.2023

 

Nach dem perfiden Angriff auf die DITIB in Recklinghausen-Süd steht die Stadtgesellschaft an der Seite der Gemeinde und spricht ihr die Solidarität aus. Als Zeichen dafür kamen am Sonntag, 29. Oktober, Vertreter*innen der Stadt, des Integrationsrats um dessen Vorsitzende Gülten Tas, anderer Moscheevereine, Institutionen, der Politik (Fraktionsmitglieder der CDU, SPD und Grüne) und der Gesellschaft in der Moschee an der König-Ludwig-Straße zusammen. Die Gemeinde hatte am Tag zuvor einen Umschlag erhalten, der einen verbrannten Koran, Schweinefleisch und Fäkalien enthielt sowie eine verbale Schmähung der Heiligen Schrift des Islams. Der Staatsschutz ermittelt bereits.

Der Erste Beigeordnete Ekkehard Grunwald vertrat bei dem Zusammentreffen in der Moschee Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche, der sich momentan im Urlaub befindet. Dieser hatte bereits am Samstag aus dem Urlaub heraus in einer Stellungnahme den Vorfall aufs Schärfste verurteilt und seine Solidarität mit der Gemeinde und den Muslimen in der Stadt zum Ausdruck gebracht.

Wie die vielen Vertreter*innen vor Ort zeigte sich Grunwald entsetzt von dem Angriff und überreichte zunächst einen persönlichen Brief von Christoph Tesche an Hayri Yilmaz, den Vorsitzenden der Gemeinde, in dem der Bürgermeister noch einmal seine Erschütterung über den Vorfall zum Ausdruck bringt. „Wir, und das sage ich ausdrücklich auch im Namen von Christoph Tesche, verurteilen diesen Angriff auf die religiöse Integrität der Gemeinde auf Schärfste und wiederholen noch einmal, dass Rassismus, Islamfeindlichkeit, Diskriminierung oder Antisemitismus in unserer Stadt keinen Platz haben“, betonte Ekkehard Grunwald in den Räumlichkeiten der Moschee. Hayri Yilmaz bedankte sich und erklärte, dass seine Gemeinde und er durch den Angriff sehr betroffen seien, er die sichtbare Solidarität aber sehr zu schätzen wisse und es allen daran gelegen sei, das gute Miteinander in der Stadt weiter fortzusetzen.

Ebenfalls vor Ort war Frank Schwabe. Der Bundestagsabgeordnete erklärte, dass man solche Angriffe sehr ernst nehmen sollte und diese nicht nur der Religion, sondern auch den Menschen gelten. Hierbei handele es sich um eine schwere Straftat.

Als Bundestagsabgeordneter ist Schwabe nicht nur für Recklinghausen, sondern auch für Castrop-Rauxel zuständig. Auch dort hatte es am Wochenende einen identischen Angriff auf eine DITIB-Moschee mit einem Umschlag gegeben. Vertreter der Mevlana-Gemeinde aus Castrop-Rauxel waren am Sonntag ebenfalls in Recklinghausen-Süd und zeigten noch einmal auf, dass ihnen die Sicherheit der Gemeinde sehr wichtig sei und man sich vor allem Frieden und bessere Zeiten wünsche.

Solidaritätsbekundungen gibt es derweil auch aus den anderen Moscheegemeinden, der Stadt wie der Islamischen Kulturunion in Person von Osman Yilmaz, der auch zweiter Vorsitzender des Integrationsrates ist, aber auch von den beiden christlichen Kirchen. Sowohl die evangelische Superintendentin Saskia Karpenstein als auch Propst Karl-Hermann Kemper, stellvertretend für die katholische Kirche, zeigten sich entsetzt von dem Vorfall.