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Texte zu Krieg und Frieden aus dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen

Für viele von uns ist die bisherige evangelische Friedensethik ins Wanken gekommen. Anlässlich des Krieges in der Ukraine werden wir hier aus dem evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen Stellungnahmen, Äußerungen und Reflexionen oder Aufrufe zu Frieden, Verständigung und Solidarität veröffentlichen. Angesichts der erschreckenden Zerstörung, der Vertreibung und der Erfahrung des Todes im Zuge des militärischen Angriffs durch Russland auf die Ukraine wollen wir damit Anstöße zum Nachdenken, zur Kritik und zur Reflexion geben. Pazifistische Positionen sind im kirchlichen Raum neuerdings nicht mehr selbstverständlich. Mit der Lieferung von Waffen in Spannungsgebiete, wenn Deutschland und andere Staaten um diese Art der Hilfeleistung gebeten werden, geraten die bisher vertretenen Positionen in Verlegenheit. Damit wird die grundlegende Zerrissenheit unseres menschlichen Zusammenlebens sichtbar, die im Zusammenhang von geostrategischer Machtpolitik stets mit Fragen von existentieller Schuldverstrickungen einhergeht. In Zeiten solcher Spannungen halten wir es für wichtig, theologisch Voraussetzungen und Folgen dieses Wandels zu diskutieren und dafür Beiträge aus unserer Region zu liefern. Dabei sollen Fragen, Worte der Anklage und der Verzweiflung sowie Worte des Trostes zur Sprache kommen können, ebenso konkrete Aufrufe zur Hilfe und Unterstützung, nicht nur für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet der Ukraine.

Wir publizieren für Sie, liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle kurze Texte, mit denen unterschiedliche evangelische Positionen zu Krieg und Frieden zur Sprache gebracht werden.

Gedanken von Volker Rose

„.... und vergib uns unsere Schuld“


... so bete ich jeden Tag. Das Komplizierte daran ist für mich aber der zweite Halbsatz: „... wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Im Moment bin ich eigentlich nur noch geschockt, ungläubig, frustriert und wütend, wegen der brutalen Aggression eines Despoten. Natürlich meine ich den Krieg in der Ukraine. Und so stelle ich mir beim Beten die Frage, könnte ich einem solchen Schuldigen überhaupt noch vergeben.

Da lässt Einer Menschen töten, nur weil er Großmachtgedanken hat. Da sterben Menschen, weil Einer die Macht hat, eine riesige Armee in Gang zu setzen. „... und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ So einem Menschen kann ich doch nicht vergeben!! Und doch lehrt mich mein Gebet, dass es eigentlich anders nicht geht. Sonst würde doch niemals Gewalt enden. Mein Gott hat nicht nur die Nächstenliebe, sondern auch die Feindesliebe in die Welt gebracht, so schwer dies auch zu begreifen und zu befolgen ist, besonders in diesem Fall. Ich hoffe nur für die unmittelbar betroffen Menschen, dass dieses Blutvergießen aufhört.

Und dann denke ich, was würde eigentlich passieren, wenn ich diesem Aggressor in meinen Gebeten ganz viel Wärme und Licht sende, Gedanken des Friedens und des Lebens. Vielleicht fällt ja dann sein bösartiges Vorhaben in sich zusammen, wenn er nicht mehr anders denken und handeln kann? ... und vergib uns unsere Schuld. Ich weiß nicht! Aber ich versuch ́s mal mit diesem Weg.

Volker Rose, Presbyter 

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