06/10/2026 0 Kommentare
Gemeinsam fit werden für die Demokratie
Gemeinsam fit werden für die Demokratie
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Gemeinsam fit werden für die Demokratie
Foto: Unsere Bildungsreferentinnen Janina Keßler und Julia Borries (vorne) hatten zum 2. Demokratiefachtag der Evangelischen Erwachsenenbildung wieder kompetente Referent:innen eingeladen (v.li.): Isabelle Paul, Anna Abbas, Nadja-Raphaela und Michael Moser.
„Wir machen uns fit für unsere Demokratie!“ – unter diesem Motto trafen sich am 2. Oktober rund 45 Menschen im Haus des Kirchenkreises in Recklinghausen. Der 2. Demokratiefachtag der Evangelischen Erwachsenenbildung in den Kirchenkreisen Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen bot Raum für Impulse, Austausch und die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Kooperationspartner*innen waren die Demokratie Werkstadt RE, die Altstadtgemeinde Recklinghausen, die Ev. Jugendarbeit Recklinghausen und der DGB Emscher-Lippe.
Den Auftakt machte Nadja-Raphaela Baer, wissenschaftliche Geschäftsführerin der Einstein Research Unit Berlin, mit der Keynote „Affektive Polarisierung verstehen – Dialog & Zusammenhalt stärken“. Sie gab Einblicke in die Mechanismen gesellschaftlicher Polarisierung und zeigte Möglichkeiten auf, wie Dialog und Zusammenhalt gestärkt werden können. Eine Kernaussage ihrer Forschung war: In Deutschland sind wir nicht so polarisiert, wie wir es – durch Medien – aktuell wahrnehmen.
Anschließend konnten die Teilnehmenden in Workshops unterschiedliche Aspekte demokratischen Handelns vertiefen. Isabelle Paul arbeitete mit der Betzavta-Methode zum demokratischen Miteinander. Anna Abbas vermittelte im Workshop „Mut zur Gegenrede“ konkrete Strategien zum Umgang mit diskriminierenden Aussagen. Michael Moser nahm das Phänomen „Christfluencing“ und dessen Bedeutung für die Bildungsarbeit mit jungen Menschen in den Blick.
So unterschiedlich die Themen waren, immer wieder ging es um eine zentrale Frage: Was kann ich selbst tun? Ein Teilnehmer beschrieb seine Motivation für den Besuch des Fachtags so: „Ich habe das in der Zeitung gelesen und habe gesagt: Da gehen wir hin. Vielleicht bekommen wir da Handwerkszeug, wie wir es angehen können, uns für die Demokratie einzusetzen. Da fehlte mir nämlich noch die konkrete Idee und der Tag heute hat es greifbarer gemacht, was man tun kann.“
Genau darin lag auch ein zentrales Anliegen des Tages, so Janina Keßler, Bildungsreferentin des Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten: „Unser Ziel war es, dass Menschen hier heute gestärkt rausgehen können. In einer Zeit, in der es vielleicht auch herausfordernd und schwierig erscheint, Gedankenanstöße und Inputs zu erhalten, die bestärken.“
Neben den fachlichen Impulsen und der Arbeit in den Workshops war der persönliche Austausch ein wichtiger Bestandteil des Fachtags - unterschiedliche Menschen mit ihren jeweiligen Perspektiven kamen miteinander ins Gespräch.
Julia Borries, Bildungsreferentin Kirchenkreis Recklinghausen, betont die Bedeutung solcher Begegnungsräume:„Wir haben an einige Stellen gehört: Wichtig ist es als gesellschaftlicher Player, Räume zu öffnen für Diskurs und Gespräche. Das nehmen wir als Ev. Erwachsenenbildung sehr ernst und möchten das auch zukünftig weiter tun.“
Beim abschließenden Plenum wurde deutlich, dass die Begegnung selbst Mut machen kann. Eine Rückmeldung aus der Runde lautete: „Mich stimmt hoffnungsvoll, wenn ich mich hier umschaue und sehe, wie viele Menschen gewillt und motiviert sind, für die Demokratie einzutreten.“
Ein ermutigender Abschluss für einen Tag, der gezeigt hat: Demokratisches Engagement beginnt mit dem Gespräch, mit der Bereitschaft zuzuhören, mit dem Mut, selbst aktiv zu werden – und damit, auch die eigene Meinung und Haltung immer wieder kritisch zu hinterfragen.
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