Grafik - Ev. Kirchenkreis Recklinghausen
Grafik Gestaltungsraum Staedtenamen

Der Evangelische Kirchenkreis

Die grundlegende Einheit eines jeden Kirchenkreises ist die Kirchengemeinde. Sie hat das Recht und die Aufgabe, ihr Leben selbständig zu gestalten.

Die sieben Kirchengemeinden in der Region bilden gemeinsam den Kirchenkreis. Dessen Organe sind die Kreissynode, der Kreissynodalvorstand und seine Vorsitzende, die Superintendentin.

Darüber hinaus gibt es im Kirchenkreis eine große Zahl von kreiskirchlichen Ausschüssen, Arbeitsgruppen und besonderen Beauftragten für einzelne Arbeitsbereiche und Fachgebiete - im Folgenden im Menü einzeln dargestellt mit ihren jeweiligen Kontaktdaten.

Der Kirchenkreis erfüllt im wesentlichen drei Aufgaben:

Er ist eine Dienstleistungsebene für die Kirchengemeinden, für die er einen großen Teil der Verwaltungsarbeit erledigt. Er ist Träger von Einrichtungen, die über den Rahmen der Kirchengemeinden hinausgehen. Er übernimmt für die Kirchengemeinden den Kontakt zu den Schulen, fördert die Jugendarbeit, die Diakonie und Sozialarbeit, betreibt Bildungs-, Frauen- und Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr.

Der Kirchenkreis ist eine wichtige Arbeitsebene für die Kirchengemeinden. Er bietet eine Basis für Gespräch, Informationsaustausch, Meinungsbildung und Absprachen und ist zugleich auch geistliche Gemeinschaft, die beispielsweise in den regelmäßigen Visitationen der Superintendentin in den Kirchengemeinden zum Ausdruck kommt.

Nachbarschaftlicher Verbund mit Gladbeck-Bottrop-Dorsten seit 2001

Auf dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte (s. unten) gibt es seit 2001 eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen dem Kirchenkreis Recklinghausen und mit dem benachbarten Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten (s. Grafik oben). Dieser nachbarschaftliche Verbund trägt den Namen "Gestaltungsraum X" und umfasst zehn Städte.

Diese Verbundenheit äußert sich in den seitdem kontinuierlich eingerichteten gemeinsamen Arbeitsebenen: Der Verwaltung beider Kirchenkreise im Haus des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen, in der gemeinsam getragenen Erwachsenenbildung, des Fachbereichs für die Kindertageseinrichtungen (Kitax), des Schulreferats mit Mediothek, des Referats für Gesellschaftliche Verantwortung im Haus der Kirche in Gladbeck und nicht zuletzt im gemeinsamen Qualitätshandbuch Krankenhausseelsorge des Regionalkonvents.

Zur Geschichte des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen

Über 600 Jahre lang, vom ausgehenden 12. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert, ist das Vest Recklinghausen im Besitz des Erzbistums Köln gewesen. Die Botschaft der Reformation drang um die Mitte des 16. Jahrhunderts ins Vest ein. Aber schon 1614 endete die kurze Reformationsgeschichte mit einem Edikt, das allen Nicht-Katholiken den dauernden Aufenthalt verboten hatte. Erst ab 1802 konnten sich wieder Evangelische hier niederlassen. 1815 wurde das Vest der preußischen Provinz Westfalen zugeordnet.

1847 wurde in Recklinghausen die erste evangelische Kirche gebaut: die Gustav-Adolf-Kirche. Der Kirchenkreis Recklinghausen wurde am 11. Juni 1907 in Bottrop gegründet und hatte bis dahin mit 61.000 fast dreimal so viele Gemeindeglieder wie Münster. In der Zeit des Nationalsozialismus lösten sich die rechtlichen Institutionen auf. In fast allen Gemeinden bildeten sich Bruderräte der Bekennenden Kirche, die den Beschlüssen der deutsch-christlichen Presbyterien energischen Widerstand leisteten. 

Das starke Anwachsen der Bevölkerung machte 1961 die Teilung des Kirchenkreises notwendig. So entstanden der Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten und der Kirchenkreis Recklinghausen in seinen heutigen Grenzen. Der Kirchenkreis Recklinghausen umfasst die Städte Datteln, Haltern, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Waltrop. 1970 erhielt der Kirchenkreis seine Kreiskirchliche Verwaltung. Seit den 70er Jahren wurden die funktionalen Arbeitsbereiche des Kirchenkreises aufgebaut: Erwachsenenbildung, Berufsschularbeit, Diakonie, Schulreferat, Telefonseelsorge, Mediothek u.a.

 Die 70er und 80er Jahre waren von einem großen gesellschaftlichen Engagement rund um die Themen Friedensverantwortung, Umweltarbeit und weltweite Gerechtigkeit geprägt. 1980 wurde eine Partnerschaft mit dem Magharibi-District (Tansania) begonnen. Seit den 90er Jahren gibt es gute partnerschaftliche Kontakte zur russisch-orthodoxen Eparchie Tula. In den 90er Jahren wurde das Engagement inhaltlich gestärkt durch entsprechende Fachbereiche: Frauenreferat, Kindergarten-Fachbetreuung, Ökumene-Referat, Flüchtlingsreferat, Öffentlichkeitsarbeit, Zivildienst-Referat und intensive Umweltarbeit.

Seit der 2. Hälfte der 90er Jahre sind die Diskussionen von zurückgehenden Gemeindegliederzahlen und finanziellen Möglichkeiten bestimmt. Die Zahl der Kirchengemeinden ist inzwischen durch Vereinigungen in Gemeindeverbänden auf 12 gesunken. Die große Zahl der Referat und Dienste wurde in Fachbereichen neu gegliedert und in personeller Hinsicht deutlich reduziert.

Die nachbarschaftliche Nähe der Kirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen hat sich auch nach der Teilung der beiden Kirchenkreise durchgehalten. 2001 beschlossen beide Kirchenkreise auf Vorschlag der Landeskirche (Bielefeld), einen gemeinsamen „Gestaltungsraum X“ zu bilden, der nun zehn Städte mit derzeit insgesamt rund 170.000 Kirchenmitgliedern an Emscher und Lippe im nördlichen Ruhrgebiet zwischen Bottrop und Waltrop umfasst. Allerdings mit stark abnehmender Tendenz im Rahmen einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, die sich kurz so skizzieren lässt: „Wir werden weniger, älter, bunter.“

 Mehr dazu unten in der Kirchenkreiskonzeption als PDF.

Der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen heute

Lesen Sie dazu mehr in der Konzeption des Ev. Kirchenkreises (Stand: Jan. 2016).

Der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen zwischen Recklinghausen und Waltrop, zwischen Emscher und Lippe